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Demografie-Flaute

7. Nov. 2015

In Ungarn ist die Geburtenrate in den letzten drei Monaten trotz Gegenmaßnahmen der Regierung wieder kontinuierlich gesunken. Vor diesem Hintergrund denken einige Kommentatoren vorsichtig über die Frage nach, ob in absehbarer Zukunft ein gewisses Maß an Einwanderung nicht unvermeidbar werden könnte.

In ihrem Leitartikel auf der Titelseite beklagt Népszabadság, dass eine internationale Konferenz über demografische Entwicklungen, die – prominent besetzt – jüngst in Budapest abgehalten wurde, keinerlei Ursachen für die sinkenden Geburtenraten sowie mögliche Gegenmaßnahmen habe benennen können. Nach Ansicht der linksliberalen Tageszeitung gehört zu den Faktoren ein Gefühl der Unsicherheit. Ein Redner habe den latenten Einfluss der Einwanderung auf die alternden Gesellschaften in Europa analysiert. Doch mit Blick auf die Ursachen und eventuelle Lösungen sei von der Konferenz selbst eher Sterilität als Fruchtbarkeit ausgegangen.

Auf Válasz räumt Anita Élő ein, dass die Regierung eine Reihe von Anreizen mit dem Ziel verkündet habe, die negativen demografischen Trends umzukehren. Doch nach zwei Jahren steigender Geburtenraten sei sie mittlerweile im dritten aufeinanderfolgenden Monat wieder rückläufig. Ungarn könnte einfach dem deutschen und österreichischen Trend folgen, wo die Anzahl kinderloser Frauen stetig zunehme, sinniert Élő. Allerdings warnt die Autorin, dass ein bequemes Leben einen hohen Preis habe – Einsamkeit im Alter. In ihren Schlussbemerkungen deutet Élő an, dass die sinkenden Geburtenzahlen Ungarn zur einer von Grund auf neuen Einwanderungsstrategie zwingen werde.

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