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Olympia und Politik

9. Aug. 2016

Ein Kommentator des linken Spektrums bezichtigt das öffentlich-rechtliche ungarische Fernsehen, während der Übertragung der Spiele von Rio die gegen Einwanderer gerichtete Botschaft der Regierung zu verbreiten. Ein konservativer Analyst wiederum wirft der Linken vor, die Olympischen Spiele für Regierungskritik zu missbrauchen.

Der übertragende öffentlich-rechtliche TV-Sender nutze die Berichterstattung über die Olympiade, um die Anti-Immigrations-Propaganda der Regierung zu verbreiten, macht Péter Pető in Népszabadság geltend. Die während der Sportübertragungen halbstündlich eingestreuten einmütigen Kurznachrichten würden von Berichten über Terrorismus und Migration dominiert. Diese würden der gegen Einwanderer gerichteten Botschaft der Orbán-Regierung dienen und die Zuschauer zur Teilnahme am Referendum über verpflichtende EU-Flüchtlingsquoten am 2. Oktober mobilisieren, meint der Kommentator aus dem linken Spektrum. All dies widerspräche dem Geist der Olympischen Spiele, der humanistische Werte und soziale Gerechtigkeit fördern sollte.

Der Erfolg der ungarischen Athleten könne das Gefühl der nationalen Einheit stärken, kommentiert Zsigmond Deák in Magyar Idők die ersten beiden Goldmedaillen für Ungarn. Schon der Auftritt des ungarischen Teams bei der EURO 2016 habe gezeigt, dass Sport das wichtigste Instrument sei, um positive nationale Gefühle zu stärken, notiert der regierungsfreundliche Kolumnist und behauptet abschließend: Die ungarische Linke versuche den Sport zu politisieren, um so viele Menschen wie möglich mit ihrer Regierungskritik erreichen zu können.

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