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Streit um Nationalbankpersonalien

10. Aug. 2016

Ein konservativer Kolumnist kritisiert die Nationalbank (MNB) für ihre Personalpolitik, nachdem sie mehrere frühere Mitarbeiter der ungarischen Gegenspionage angestellt hatte. Ein regierungsnaher Wirtschaftswissenschaftler glaubt dagegen, dass sich Kritiker der MNB lediglich für deren Beschneidung von Gewinnen aus Finanzspekulationen rächen wollten.

Laut einem am Montag auf Index.hu erschienenen Bericht hat die Nationalbank drei ehemalige Bedienstete der Gegenspionage sowie einen früheren Kommissar des Terrorismusabwehrzentrums (TEK) angestellt, um die Sicherheitsstandards zu heben und das für Sicherheit zuständige Personal zu verstärken. Laut von Index namentlich nicht genannten Fachleuten möchte sich die Chefetage der Nationalbank der Sympathie und der Zusammenarbeit „ehemaliger Führungspersönlichkeiten des Bereiches Sicherheit vergewissern, die möglicherweise ziemlich gut über die politischen Eliten informiert sind“. Zudem gehe es um den Aufbau einer Privatarmee.

Tamás Pilhál von der Tageszeitung Magyar Nemzet bezeichnet die Neueinstellungen der Nationalbank als extrem beunruhigend. Der konservative Kolumnist fragt sich und die Leser, ob die MNB wohl Ruheposten schaffe, um solchen gescheiterten Sicherheitsfachleuten eine Beschäftigung zu bieten, die im Besitz sensibler Informationen über Regierungspolitiker seien. Oder es gehe schlicht um den Aufbau einer Privatmiliz. Egal welche – beide Möglichkeiten machten Angst, erklärt Pilhál.

Ohne direkt auf die Personalien einzugehen, äußert sich in Magyar Idők Csaba Lentner, Vorstandsmitglied der von der MNB gegründeten Stiftung Pallas Athéné Domus Animae. Seiner Ansicht nach wollen sich die Kritiker der Nationalbank an deren Gouverneur György Matolcsy rächen, weil dieser die Gewinne von Spekulanten – durch eine Senkung des Leitzinses um sage und schreibe 82 Prozent seit 2013 – empfindlich beschnitten habe. Der konservative Ökonom geht davon aus, dass die Strategie Matolcsys die finanzpolitische Stabilität Ungarns verbessert sowie die Wirtschaftsleistung erhöht und zudem die Inflation niedrig gehalten habe.

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