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Der Zweifrontenkrieg des Fidesz

19. Dec. 2016

Nach Einschätzung eines linksorientierten Kommentators führt der Fidesz einen Zweifrontenkrieg. Demnach gehe es einerseits in der Auseinandersetzung mit Jobbik um das Ringen um radikalere Wähler des rechten Spektrums, während die Regierungspartei andererseits ihre Fühler auch in Richtung linker Wählerschichten ausstrecke.

Auf 24.hu beschreibt Roland Reiner die jüngsten politischen Manöver des Fidesz als einen Krieg an zwei verschiedenen Fronten mit dem Ziel, die eigenen Flanken zu schützen. Der liberale Analyst erinnert daran, dass die führende Regierungspartei Gábor Vona vorgeworfen hatte, er würde Parteiinteressen vor diejenigen der Nation stellen, während regierungsnahe Medien Vona die mögliche Verwicklung in eine homosexuelle Affäre unterstellten. (Anlass für den Seitenhieb gegen den Jobbik-Chef war dessen Ablehnung der vom Fidesz dem Parlament vorgelegten Initiative einer Verfassungsänderung mit dem Ziel, der EU-weiten und verpflichtenden Umverteilung von Migranten endgültig einen Riegel vorzuschieben – Anm. d. Red.)
Derweil also der Jobbik-Vorsitzende attackiert und von Rechts überholt werde, erhöhe die Regierungspartei gleichzeitig Renten und Mindestlöhne, um die Linke zu schwächen. Die beiden parallel laufenden Projekte sorgten für Unmut unter in der politischen Mitte beheimateten und gemäßigten Fidesz-Wählern. Allerdings geht Reiner nicht davon aus, dass sie für Jobbik oder für die Linke stimmen könnten. Folglich werde ihre Unzufriedenheit keinerlei politische Konsequenzen nach sich ziehen, vermutet er. Solange es dem Fidesz gelinge, seine Flanken gegen Jobbik und die Linke zu verteidigen, habe er keinen Grund, den nächsten Urnengang zu fürchten. Dies umso weniger, als linke und Jobbik-Wähler kaum dazu neigen würden, sich gegen die Regierungspartei zusammenzuschließen.

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