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Orbán verkündet Rentenerhöhung

2. Dec. 2016

Ein der Regierung nahestehender Kolumnist begrüßt die Rentenerhöhung, während ein linker Journalist der Regierung Stimmenfang vorwirft.

Am Dienstag informierte Ministerpräsident Orbán über die Entscheidung seiner Regierung, wonach die Renten um 1,6 Prozent angehoben werden. (Gemäß den ursprünglichen Berechnungen wäre die Rentenentwicklung lediglich der projizierten Inflationsrate von 0,9 Prozent gefolgt). Darüber hinaus teilte Orbán mit, dass sämtliche Rentner als Weihnachtsgeschenk 10.000 Forint (etwa 32 Euro) in Form sogenannter Erzsébet-Gutscheine erhalten werden.

Ferenc Kis von der Tageszeitung Magyar Idők begrüßt den Kabinettsbeschluss einer zusätzlichen Aufstockung der alljährlichen Rentenerhöhung. Lobende Worte an die Adresse der Regierung richtet Kis auch, weil die Regierung die Interessen der Rentner schütze. In diesem Zusammenhang verweist er auf die Senkung von Verbrauchssteuern für Grundnahrungsmittel sowie die niedrigen Preise für Versorgungsdienstleistungen. Der regierungsnahe Kommentator versteht all dies als einen Hinweis darauf, dass sich das Kabinett nicht nur um die Mittelklasse, sondern auch um die Rentner kümmere.

Für György Sebes dagegen handelt es sich bei der angekündigten Rentenerhöhung um nichts weniger als den kläglichen Versuch, auf Stimmenfang zu gehen. In Népszava rechnet der linksorientierte Journalist vor, dass die Erhöhung Durchschnittsrenten um weniger als 2.000 Forint (etwa 6,50 Euro) pro Monat anheben und damit bedürftigen Rentnern kaum helfen werde. Mit Blick auf das Weihnachtsgeschenk in Höhe von 10.000 Forint verweist Sebes darauf, dass die Erzsébet-Gutscheine weder für Medikamente noch zur Begleichung von Rechnungen auf Versorgungsdienstleistungen verwendet werden können. Damit werde auch dies den Ärmsten nicht helfen. Resümierend konstatiert Sebes, dass die verkündeten Erhöhungen die Unterstützung der Millionen von Rentnern erkaufen soll, deren Einstellung das Resultat einer jeden Wahl bestimmen dürfte.

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