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Momentum wird Partei und tritt zu den Parlamentswahlen an

9. Mar. 2017

Die Momentum-Bewegung wird gemäß internem Beschluss zur regulären politischen Partei werden. Vor diesem Hintergrund werfen ihr sowohl ein regierungsnaher als auch ein liberaler Kommentator vor, sich einer arroganten Rhetorik zu bedienen. Zudem scheitere Momentum an der Entwicklung einer glaubhaften politischen Vision.

Nach der Bekanntgabe von Plänen, Momentum als reguläre Partei neu entstehen zu lassen, hat deren Chef eine Aufstellung im Zentrum des politischen Spektrums angekündigt. Gleichzeitig warf András Fekete-Győr sowohl der Rechten als auch der Linken eine Polarisierung des Landes vor, die zu weit verbreiteter politischer Apathie geführt habe. Die Aufgabe von Momentum bestehe nunmehr darin, diese Apathie zu überwinden.

Dávid Megyeri von der Tageszeitung Magyar Idők vertritt die Ansicht, dass sich die Rhetorik von Momentum kaum von derjenigen der in den zurückliegenden acht Jahren gegründeten und erfolglos gebliebenen Linksbewegungen unterscheidet. Obwohl laut einer Meinungsumfrage Momentum lediglich mit einer Zustimmung von einem Prozent rechnen könne, trete die Partei überaus arrogant auf und schaue auf das Wahlvolk herab. Folglich sagt der regierungsnahe Kommentator voraus, dass Momentum kaum erfolgreicher agieren werde als frühere linke Initiativen, die einmal als Bürgerbewegungen gestartet seien.

Seinen Kommentar für Heti Világgazdaság hat Árpád W. Tóta mit einer deutschsprachigen Überschrift versehen: „Moment, bitte“, steht über dem Text, in dem der liberale Autor Momentum Botschaften voll heißer Luft bescheinigt. Der für seine scharfzüngigen Kommentare bekannte Tóta behauptet im Folgenden, dass es sich bei der an der Mitte orientierten Ideologie sowie bei Versprechungen zur Überwindung der althergebrachten Rechts-Links-Spaltung lediglich um abgedroschene politische Allgemeinplätze handele. Die gesundheits- und bildungspolitischen Vorstellungen von Momentum hält Tóta für eins zu eins aus Programmen linker Parteien abgekupfert. Da Momentum keinerlei eigenständige Ideen präsentiere, sei sie noch arroganter als die Mainstream-Linke, resümiert Tóta.

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