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Wirtschaftswachstum schneller als erwartet

20. May. 2017

Ein regierungsnaher Kommentator sieht das BIP-Wachstum von 4,1 Prozent im ersten Quartal 2017 als Beleg für die Richtigkeit der wirtschaftspolitischen Vision der Regierung. Ein Kolumnist des linken Spektrums wendet dagegen ein, dass die Wettbewerbsfähigkeit der ungarischen Wirtschaft gelitten habe.

Das Zentrale Statistikamt hat für das erste Quartal 2017 im Jahresvergleich ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 4,1 Prozent ausgewiesen. Entsprechend äußerte sich Wirtschaftsminister Mihály Varga zuversichtlich, dass für das gesamte Jahr 2017 ein vierprozentiges Wachstum denkbar wäre.

Die Wachstumszahlen ließen darauf schließen, dass sich die ungarische Führung auf dem richtigen Kurs befinde, kommentiert Gergely Kiss in Magyar Idők. Der regierungsnahe Kolumnist erinnert daran, dass das ungarische Wachstum im ersten Quartal 2017 den EU-Durchschnitt um das Doppelte überträfe sowie mit den von Kritikern als deutlich zu optimistisch bewerteten Prognosen der Regierung übereinstimme. Auch könne der ungarische Normalbürger die verbesserte Wirtschaftslage spüren: Die Steuern seien niedriger, die Reallöhne höher und Familien kämen in den Genuss einer neuen Wohneigentumsförderung, notiert Kiss.

Im Wochenmagazin 168 Óra dagegen sieht György Varga die längerfristigen Wachstumsaussichten Ungarns aufgrund einer sich abschwächenden Wettbewerbsfähigkeit des Landes gefährdet. Ohne weiter auf die aktuellen Wachstumszahlen einzugehen, verweist der linksgerichtete Journalist darauf, dass die ungarische Wettbewerbsfähigkeit seit 2010 nachgegeben habe. Die vom Autor angeführten Indikatoren der Wettbewerbsfähigkeit sind weitgehend politischer Natur – als da wären „Schwächung der demokratischen Institutionen, fehlende Transparenz, schlechtes Bildungswesen sowie Korruption“. Angesichts dessen fordert Varga „systematische Reformen zur Ankurbelung der Wettbewerbsfähigkeit“.

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