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Liberaler kritisiert gemäßigte Analysten scharf

17. Jul. 2017

Ein liberaler Publizist wirft bestimmten politischen Kommentatoren Duckmäusertum vor. Dabei richtet sich seine Kritik gegen diejenigen, die den Versuch unternehmen, ihre Ansichten ausgewogen zu halten, anstatt die Regierung Orbán als eine ausgesprochene Tyrannei zu bezeichnen.

In Élet és Irodalom sinniert András Bruck über die Frage, warum sich wohl kein öffentlicher Widerstand gegen die Regierung Orbán formiere. Es sei doch rätselhaft, dass, obgleich „die Zukunft den Ungarn nichts Gutes verspricht“, sie trotzdem nicht auf die Straßen gingen, um gegen das zu protestieren, was Bruck als „die aufkommende Diktatur des Viktor Orbán“ bezeichnet. Eine mögliche Erklärung für den Autor wäre die mangelnde Bereitschaft seitens oppositioneller Politiker und Intellektueller zur Verteufelung der Orbán-Regierung. Bruck verurteilt politische Analysten, die sich um die Bewahrung einer ausgewogenen Sichtweise und Sprache bemühten und die von einem Dahinschwinden der Demokratie sprächen, anstatt das Orbán-Regime als eine ausgemachte Tyrannei oder autoritäre Diktatur zu bezeichnen. „Die einzige passende Antwort auf den schlechten Radikalismus der Regierung ist ‘ein guter Radikalismus’. Und es muss der Öffentlichkeit klargemacht werden, dass wir in einer Diktatur leben“, wettert Bruck und fährt in diesem Duktus fort: Diejenigen, die zögerlich seien, seinem Ratschlag zu folgen, und die Opposition betrügen würden, könnten ihr Duckmäusertum bereuen, wenn der Fidesz die Wahlen 2018 gewinnen sollte und in der Folge Kritiker der Regierung „zu Tode geprügelt und ins Gefängnis geworfen werden“.

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