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Chinesischer Regierungschef in Ungarn

28. Nov. 2017

Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang weilt gegenwärtig zu einem offiziellen Besuch in Budapest, wo er unter anderem am mittelosteuropäisch-chinesischen Wirtschaftsgipfel teilnimmt. Vor diesem Hintergrund befassen sich Kommentatoren mit den Perspektiven chinesischer Investitionen in Ungarn.

Sándor Faggyas von der Tageszeitung Magyar Hírlap äußert die Hoffnung, dass sich Mitteleuropa und Ungarn zum Handelsknotenpunkt Chinas in Europa entwickeln werden. Die Region Mitteleuropa spiele eine zentrale Rolle beim Erfolg von Chinas neuer Seidenstraßen-Initiative. Im Rahmen des Projekts „One Belt, One Road“ werde China ein großes Investitionsvorhaben in der Region in Angriff nehmen, vermutet der regierungsnahe Kommentator. Dies dürfte der Entwicklung der ungarischen Infrastruktur sowie der technologischen Innovation neue Impulse verleihen und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes weiter verbessern, zeigt sich Faggyas zuversichtlich.

Im Hinblick auf chinesische Investitionen in der Region warnt Tamás Mészáros auf Index vor überzogenen Erwartungen. Der liberale Analyst räumt ein, dass Ungarn als Touristikdestination sowie als Investitionsziel im Immobiliensektor immer beliebter werde. Aber der Umfang der Investitionen des chinesischen Staates in Mitteleuropa habe in den letzten Jahren keineswegs zugenommen, stellt Mészáros fest und ergänzt, dass chinesische Staatsinvestoren eher entwickelte Länder in Westeuropa bevorzugen würden. Das von China im Jahr 2011 zugesagte Investitionsdarlehen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar sei nicht zustande gekommen. Ebenso stehe der Bau der angekündigten, chinesisch finanzierten Eisenbahnverbindung zwischen Budapest und Belgrad nach wie vor aus, bemängelt Mészáros.

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