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Schweizer Franken geht durch die Decke

17. Jan. 2015

Am Donnerstag hat sich die Schweizer Nationalbank von der Politik eines Franken-Mindestkurses verabschiedet, was erhebliche Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten auslöste und die Währung der Eidgenossenschaft gegenüber dem Euro durch die Decke gehen ließ. Vor diesem Hintergrund loben Kommentatoren sowohl des linken als auch des rechten Spektrums die frühere Entscheidung der ungarischen Regierung, Fremdwährungskredite auf Forint umzustellen.

„Nunmehr kann man der ungarischen Regierung für die Rettung von in Devisen verschuldeter Ungarn Beifall zollen“, schreibt Népszabadság in ihrem Kommentar auf der Titelseite. (Da die Nationalbank die für die anstehende Umtauschwelle benötigten ausländischen Währungen den Gläubigerbanken bereits zum Kurs des vergangenen Jahres zur Verfügung gestellt hatte, werden die Geschäftsbanken im Falle einer Kurserhöhung des Franken keinerlei Verluste erleiden – Anm. d. Red.) Während die Tageszeitung die Initiative der Regierung zugunsten der Umstellung sämtlicher Fremdwährungshypothekenkredite auf Forint zu einem festgelegten Kurs anerkennt (vgl. BudaPost vom 12. November 2014), weist sie gleichzeitig darauf hin, dass diejenigen mit anderen als Hypothekenkrediten durch die Stärkung des Schweizer Franken erhebliche Verluste erleiden werden. Im Hinblick auf die weiteren Auswirkungen belege der Schock, dass Ungarn ein kleines Land sei und folglich sehr empfindlich auf äußere Ereignisse reagiere.

In Magyar Nemzet macht Anna Szabó darauf aufmerksam, dass die zwischen 2004 und 2009 hinsichtlich einer Beschränkung höchst riskanter Fremdwährungskreditprogramme untätigen Behörden das Land extrem anfällig für äußere Schockereignisse gemacht hätten. Sämtliche nationalen und regionalen Währungen, darunter auch der Euro, hätten nach Aufgabe der Deckelung des Franken-Kurses seitens der Schweizer Nationalbank stark nachgegeben. Somit habe die Schwächung des Forint nichts mit inneren Faktoren zu tun, stellt die konservative Kolumnistin fest und lobt im Folgenden die Regierung dafür, dass sie ihr Bestes getan habe, um mittels unterschiedlicher Strategien die Fremdwährungskredite loszuwerden. Zu den ergriffenen Maßnahmen rechnet Szabó die Umstellung sämtlicher Hypothekenkredite zu einem festgelegten Kurs, was nunmehr sowohl die Schuldner als auch die Geschäftsbanken vor der Stärkung des Schweizer Franken schütze. Dennoch äußert sich die Autorin besorgt über das Schicksal derjenigen 380.000 Schuldner, die nicht durch eine Hypothek abgesicherte Kredite in verschiedenen Fremdwährungen zu bedienen haben.

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