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Tag der Arbeit: Soziales im Brennpunkt

4. May. 2015

Kommentatoren beider politischer Lager verspotten sowohl linke Parteien als auch die rechtsextremistische Jobbik, die unisono ein besseres Leben in Aussicht stellen.

Die linken Parteien und Jobbik begingen den Tag der Arbeit mit ihren traditionellen Veranstaltungen und Festivitäten. Der Fidesz hingegen verzichtete auf größere Kundgebungen.

In Magyar Hírlap hält Gyula T. Máté die am Tag der Arbeit seitens linker Parteien abgegebenen Versprechungen für Hokuspokus, der die Leute zum Lachen bringen soll. Für den konservativen Kolumnisten ist es doch recht eigenartig, dass alle Parteien des linken Spektrums problemlose und unmittelbare Verbesserungen des Wohlstands sowie ein Ende der Armut für den Fall versprechen, dass sie eine Chance zum Führen des Landes bekämen. Dabei habe laut Máté der frühere Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány besonders zusammenhanglose Botschaften verbreitet. So sei 1989 für den Führer der liberalen Demokratischen Koalition eine Erfolgsgeschichte gewesen. Gleichzeitig aber habe er darauf verwiesen, dass der Wohlstand unter den sozialistischen Vorwende-Regimen schneller gewachsen sei als jemals danach. Máté erinnert zudem daran, dass Gyurcsány – ein Gegner der Verstaatlichung des Energiesektors – am Tag der Arbeit für alle Ungarn eine kostenlose überschaubare Energie- und Wasserversorgung zur Deckung der Grundbedürfnisse gefordert habe. Für den Autoren waren auch die Äußerungen von MSZP-Parteichef József Tóbiás kaum weniger problematisch. Tóbiás habe eine am Wohlergehen ausgerichtete, gleichzeitig aber marktorientierte sozialdemokratische Partei im Auge, die nationale Interessen ernst nehme, zur selben Zeit aber auch europafreundlich sei.

Versprechungen am Tag der Arbeit seien kaum ernst zu nehmen, glaubt auch Miklós Hargitai. In Népszabadság hebt der Kommentator aus dem linken Spektrum die Aussagen von Jobbik-Chef Gábor Vona hervor: Laut Vona könne die Europäische Union ihre Krise nicht überwinden, doch habe er gleichzeitig versichert, die EU nicht sofort verlassen zu wollen, da dies wirtschaftliche Ausfälle für Ungarn mit sich bringen würde. Für ebenso kontrovers hält der Autor den Versuch Vonas, die Todesstrafe anhand der Bibel verteidigen zu wollen. Mit Blick auf die Linksparteien warnt Hargitai davor, das Versprechen der MSZP bezüglich deutlicher Lohnerhöhungen sowie die Zusage des ehemaligen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány über eine kostenlose Wasser- und Energieversorgung ernst zu nehmen.

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