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Ungarn kommen und gehen – Bevölkerungsverlust durch Abwanderung?

20. Sep. 2018

Ein regierungsfreundlicher Kolumnist beobachtet eine Trendwende bei der Abwanderung von Ungarn ins Ausland. Zudem würden auch immer mehr Landsleute in ihre Heimat zurückkehren. Das führende Online-Finanzmagazin geht im Gegensatz dazu davon aus, dass der Wanderungssaldo Ungarns nach wie vor negativ sei.

Nach Angaben von Finanzminister Mihály Varga trägt die Jugendpolitik seiner Regierung Früchte. In einer Rede auf einer Präsidiumssitzung von Fidelitas, der Nachwuchsorganisation des Fidesz, verwies Varga darauf, dass die Jugendarbeitslosigkeit bei unter zehn Prozent liege und sich die Migrationstrends umgekehrt hätten. Auch seien im vergangenen Jahr 20.000 Ungarn aus dem Ausland in ihre Heimat zurückgekehrt, um in Ungarn Arbeit zu finden.

Merkwürdig, dass die Linke die Abwanderung der Regierung in die Schuhe schiebe, wundert sich Gergely Kiss in einem Kommentar für Magyar Idők. Der regierungsnahe Autor erinnert daran, dass Liberale und Sozialdemokraten noch in den 2000er Jahren die Immobilität junger Ungarn beklagt und demzufolge während ihrer Regierungszeit versucht hätten, Landsleuten eine vorübergehende Beschäftigung im Ausland zu ermöglichen. Im Gegensatz zur Linken unterstütze die Fidesz-Regierung Familien und junge Ungarn, woraufhin immer mehr Ungarn nach Hause zurückkehren würden, betont Kiss.

Der ungarische Saldo von Ab- und Rückwanderung sei nach wie vor negativ. Zu diesem Schluss kommt Portfolio unter Bezugnahme auf die Berechnungen von Minister Varga. Das führende Online-Finanzjournal weist darauf hin, dass es ohne fundierte Statistiken nahezu unmöglich sei, die genaue Anzahl der im Ausland arbeitenden Ungarn sowie die Zahl von Rückkehrern zu ermitteln. Auf Daten des Nationalen Statistischen Zentralamtes verweisend räumt Portfolio allerdings ein, dass die Zahl der registrierten Auswanderer Anfang 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent zurückgegangen sei. Doch während sich die Lücke schließe, gebe es mehr Abwanderer als Heimkehrer, schließt Portfolio seine Analyse.

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