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Löhne steigen das vierte Jahr in Folge um über zehn Prozent

26. Jan. 2019

Laut dem Zentralen Statistikamt sind die Bruttolöhne in Ungarn im vergangenen Jahr um 11,5 Prozent gestiegen. Vor diesem Hintergrund begrüßt ein regierungsfreundlicher Ökonom die Bemühungen der Regierung um eine Erhöhung der Löhne. Ein Analyst aus dem linken Spektrum wiederum argwöhnt, dass niedrige Löhne die Ungleichheit in Ungarn zementieren würden.

Der Wirtschaftswissenschaftler und frühere Fidesz-Parlamentsabgeordnete László Mádi begrüßt in Magyar Idők das Ringen der Regierung um Lohnerhöhungen. Der Kabinettsbeschluss über eine deutliche Steigerung des Mindestlohns und der gleichzeitige Abbau von Belastungen für die Arbeitgeber kämen dem ungarischen Wachstum und der Beschäftigung zugute, argumentiert Mádi. Der Arbeitskräftemangel sei ein Anzeichen des Wirtschaftswachstums. Als noch erfreulicher bezeichnet Mádi die Tatsache, dass nunmehr auch Langzeitarbeitslose wieder Jobs finden würden. Zu hoffen bleibe, dass die Löhne weiterhin schnell steigen und zum Arbeiten ins Ausland abgewanderte Ungarn allmählich wieder zurückkommen würden. Um das Wachstum aufrechtzuerhalten, müsse die Regierung auch die technologische Innovation fördern, ergänzt Mádi.

In Népszava hält Miklós Bonta fest, dass geringe Löhne und massive Ungleichheit die soziale Mobilität stark beeinträchtigen würden. Der linksgerichtete Kolumnist kritisiert die vom Zentralen Statistikamt genutzte Methodologie und behauptet, dass die Daten zu den Durchschnittslöhnen die Realität in ein zu positives Licht rückten. Nach Bontas Berechnung liegen die Durchschnittslöhne mindestens 20 Prozent unter den von der nationalen Statistikbehörde angegebenen Zahlen. In arme Verhältnisse hineingeborene Menschen könnten mit niedrigen Löhnen nur extrem schwer reich werden, argumentiert der Kolumnist. Aufgrund der hierzulande herrschenden fest verwurzelten Ungleichheit versuchten die Ungarn reicher zu werden, indem sie beim politisch bevormundeten wirtschaftlichen Umfeld der Regierung mitmischen würden.

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