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Der Internationale Frauentag im Fokus

11. Mar. 2019

Nach Ansicht einer linken Kolumnistin verdienen Krankenschwestern mehr Respekt und Anerkennung. Eine konservative Historikerin wiederum wirft Progressiven vor, sie würden die Beseitigung von Geschlechterunterschieden betreiben.

In einem Beitrag für die Tageszeitung Népszava fordert Erzsébet Rozsos die Gesellschaft auf, Krankenschwestern mehr Respekt zu zollen. Die linksorientierte Gesundheitsethikerin erinnert daran, dass die meisten Pflegekräfte weiblich seien. Ihre Arbeit sei äußerst wichtig, sie kümmerten sich um Patienten aller Art, seien aber gleichzeitig massiv unterbezahlt. Ihr Einsatz werde nur selten anerkannt, betont Rozsos. Für besonders problematisch hält sie die Tatsache, dass Pflegeaufgaben von Ärzten beaufsichtigt würden, die nur über wenig Erfahrung auf diesem Gebiet verfügten. Die Autorin interpretiert diese Hierarchie als Beweis für „Macho-, also männlich dominantes Denken“ und „eine traditionelle männliche Vorherrschaft“. Rozsos hält all dies für nicht hinnehmbar und fordert die Anerkennung des von Krankenschwestern an den Tag gelegten Engagements. Diese Frauen würden sich – gemäß ihrer „weiblichen Prägung“ – um ihre Patienten kümmern, hätten jedoch oftmals keine eigenen Kinder und kämen daher nicht in den Genuss der von der Regierung betriebenen Sozialpolitik, die typischerweise auf Mütter und Familien ausgerichtet sei, beklagt Rozsos.

Gemäß der wichtigsten Botschaft des Frauentages sollten die traditionellen männlichen und weiblichen Rollen beibehalten werden. Diese Ansicht vertritt Zsuzsa Máthé auf Mozgástér. Die konservative Historikerin wirft der progressiv-utopischen Ideologie vor, sie versuche „natürliche und von Gott gegebene“ duale Geschlechterstrukturen zu beseitigen. Máthé macht diejenigen, die die traditionellen Geschlechterrollen in Frage stellen würden, darauf aufmerksam, dass sie „den Tiefpunkt der sie zur Selbstaufgabe bringenden Talfahrt“ erreicht hätten. Demzufolge seien Jungs so zu erziehen, dass sie Frauen respektieren und ihnen zur Seite stehen sollten. Junge Mädchen wiederum sollten in dem Sinne sozialisiert werden, dass sie ihren Brüdern bei deren täglicher Arbeit unter die Arme griffen. All dies, so Máthé, seien kleine, aber wichtige Gesten der Liebe. Gleichzeitig würden sie uns bei der Verteidigung der Grundwerte von Weiblichkeit und Männlichkeit helfen.

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