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Baja-Gate und kein Ende

24. Oct. 2013

Nach Einschätzung einer konservativen Kolumnistin lassen die Beweise darauf schließen, dass das inszenierte Baja-Video von der Sozialistischen Partei in Auftrag gegeben wurde. Népszava beschuldigt die regierungsnahen Medien, sie würden die Angelegenheit aufbauschen, während die führende linksorientierte Tageszeitung Népszabadság die Entscheidung der Oppositionsparteien begrüßt, sich von den an der Produktion des Videos beteiligten Personen zu distanzieren.

Am Dienstag hat die MSZP eingeräumt, dass das Video, auf dem der Kauf von Wahlstimmen zu sehen ist, (vgl. BudaPost vom 21. und 22. Oktober), einem untergeordneten Mitarbeiter in der Parteizentrale zugestellt worden sei. Die MSZP-Führung bestritt jegliche Verwicklung in die Produktion des Videos, das, so deren Argumentation, lediglich den Interessen des Fidesz diene. Zudem wurde bekannt, dass es sich bei einer der fünf Personen, die an der Herstellung der gestellten Bestechungs-Szene (Geld gegen Stimmen) beteiligt waren, um ein Mitglied der Demokratischen Koalition von Ferenc Gyurcsány handele. Nach deren Angaben hat der Mann die Partei am Dienstag verlassen.

In Magyar Nemzet schreibt Zuzsanna Körmendy, sämtliche Beweise deuteten darauf hin, dass das Video von den Sozialisten bestellt wurde. Die regierungsfreundliche Kommentatorin argumentiert, die Linke habe sich in ihrem verzweifelten Bemühen um Popularitätszuwachs einmal mehr ins eigene Fleisch geschnitten. Als besonders geschmacklos empfindet es die Autorin, dass die MSZP in ihrem inszenierten Video auf Roma zurückgegriffen habe, wodurch der Eindruck erweckt worden sei, Roma-Stimmen seien käuflich. „Das alles beweist das Vorhandensein von Vorurteilen, latentem Rassismus und gegen die Roma gerichteten Gefühlen bei den Linken.“ Nebenbei fragt sich Körmendy, ob die Anti-Roma-Botschaft der Sozialisten wohl von der internationalen Presse aufgegriffen werde.

Um die öffentliche Aufmerksamkeit von ihren Fehlschlägen abzulenken, bezichtige die Regierung die Opposition der Herstellung getürkter Beweise, schreibt György Sebes in Népszava. Der linke Kolumnist behauptet, es sei längst nicht erwiesen, wer das gestellte Video zur Manipulation der Öffentlichkeit habe nutzen wollen. Wie dem auch sei, die regierungsfreundlichen Medien, darunter das öffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen, hielten es für selbstverständlich, dass die Linke die Aufnahme bestellt habe, stellt Sebes fest.

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